28 Jun 2026
DSWV erwartet nahezu eine Milliarde Euro an Sportwetten bei der FIFA-Weltmeisterschaft 2026

Der Deutsche Sportwettenverband DSWV hat seine Prognose für die Sportwettenumsätze während der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 veröffentlicht und rechnet mit einem Gesamtvolumen von fast einer Milliarde Euro in Deutschland, während das Turnier im Juni 2026 stattfindet und als entscheidender Belastungstest für den regulierten Markt gilt. Diese Erwartung basiert auf umfassenden Marktanalysen, die sowohl die legale als auch die illegale Seite der Branche einbeziehen und die anhaltenden Herausforderungen durch unLizenzierte Anbieter deutlich machen.
Prognostizierte Wetthöhen und Marktaufteilung
Experten des Verbands gehen davon aus, dass zwischen 600 und 700 Millionen Euro in den regulierten Markt fließen werden, während 300 bis 400 Millionen Euro an illegale oder nicht lizenzierte Betreiber gehen könnten, was die bestehenden Lücken im Vollzug der Glücksspielregulierung unterstreicht. Die Zahlen ergeben sich aus Hochrechnungen früherer Großereignisse wie der UEFA-Europameisterschaft 2024 und berücksichtigen Wachstumsraten sowie das veränderte Nutzerverhalten in der digitalen Wettlandschaft.
Beobachter aus der Branche betonen, dass der Anteil des Schwarzmarkts trotz der seit 2021 geltenden Lizenzpflicht weiterhin signifikant bleibt und die Regulierungsbehörden vor zusätzliche Aufgaben stellt. Die Verteilung zeigt, dass der regulierte Sektor zwar einen größeren Teil des erwarteten Volumens beanspruchen kann, der illegale Bereich jedoch weiterhin eine stabile Nachfrage bedient, insbesondere bei Nutzern, die auf grenzüberschreitende oder nicht zugelassene Plattformen ausweichen.
Die WM 2026 als Belastungstest für den regulierten Sektor
Der DSWV bezeichnet das Turnier als zentralen Stress-Test für die regulierte Sportwettenbranche, da die hohe Aufmerksamkeit während der Weltmeisterschaft im Juni 2026 zu einem deutlichen Anstieg der Wettaktivitäten führen wird und gleichzeitig die Wirksamkeit bestehender Kontrollmechanismen auf die Probe stellt. Branchenvertreter weisen darauf hin, dass der Erfolg dieses Tests von der konsequenten Durchsetzung der Lizenzvorgaben abhängt und illegale Angebote wirksam eingedämmt werden müssen.
Studien und Marktdaten, die der Verband herangezogen hat, belegen, dass Großereignisse wie Weltmeisterschaften traditionell zu Spitzenwerten bei den Wetteinsätzen führen, wobei die Balance zwischen legalen und illegalen Kanälen maßgeblich von der Verfügbarkeit und dem Vertrauen in regulierte Anbieter bestimmt wird. Die Ankündigung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Behörden bereits verstärkte Maßnahmen gegen unLizenzierte Plattformen angekündigt haben, um den Marktanteil des regulierten Segments weiter auszubauen.

Herausforderungen durch unLizenzierte Anbieter und Forderungen nach stärkerer Durchsetzung
Die Prognose des DSWV hebt die anhaltenden Probleme mit nicht lizenzierten Betreibern hervor, die trotz der gesetzlichen Rahmenbedingungen weiterhin einen erheblichen Teil der Wettumsätze generieren und damit Steuereinnahmen sowie Verbraucherschutzmaßnahmen umgehen. Vertreter der Branche fordern daher eine Intensivierung der Kontrollen und eine engere Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsbehörden und Zahlungsdienstleistern, um illegale Transaktionen effektiver zu unterbinden.
Analysen zeigen, dass der illegale Markt besonders bei mobilen Wettangeboten und schnellen Registrierungsprozessen attraktiv bleibt, während regulierte Anbieter strengeren Vorgaben zu Werbung, Alterskontrolle und Spielsuchtprävention unterliegen. Die Erwartung von bis zu 400 Millionen Euro an illegalen Wetten während der WM 2026 verdeutlicht, dass zusätzliche Ressourcen für die Überwachung und Ahndung erforderlich sind, um die Ziele der Regulierung zu erreichen.
Internationale Vergleiche mit Märkten in anderen EU-Ländern, die ähnliche Lizenzsysteme eingeführt haben, verdeutlichen, dass eine konsequente Durchsetzungspolitik den Anteil des Schwarzmarkts langfristig reduzieren kann, während schwache Vollzugsmechanismen das Problem perpetuieren. Der DSWV sieht in der bevorstehenden Weltmeisterschaft daher nicht nur eine Umsatzchance, sondern auch einen entscheidenden Moment, um die Stabilität des regulierten Systems unter Beweis zu stellen.
Ausblick auf die Entwicklung bis Juni 2026
Die kommenden Monate bis zum Beginn der FIFA-Weltmeisterschaft im Juni 2026 werden nach Einschätzung des Verbands entscheidend dafür sein, ob die regulierten Anbieter ihren Marktanteil weiter ausbauen und illegale Angebote zurückdrängen können. Vorbereitende Maßnahmen wie verstärkte Informationskampagnen und technische Sperren sollen dazu beitragen, Nutzer auf legale Plattformen zu lenken.
Die Daten des DSWV basieren auf einer Kombination aus historischen Wettvolumina, aktuellen Wachstumstrends und veränderten Konsumgewohnheiten, die während vergleichbarer Großereignisse beobachtet wurden. Diese Grundlage ermöglicht eine differenzierte Betrachtung der erwarteten Umsatzströme und der damit verbundenen regulatorischen Anforderungen.
Fazit
Die Prognose des Deutschen Sportwettenverbands zeichnet ein klares Bild der bevorstehenden Herausforderungen und Chancen für den deutschen Sportwettenmarkt während der FIFA-Weltmeisterschaft 2026. Mit einem erwarteten Gesamtvolumen von fast einer Milliarde Euro, davon 600 bis 700 Millionen Euro im regulierten Bereich, wird der Turnierzeitraum zum Lackmustest für die Wirksamkeit der bestehenden Regulierung. Die verbleibenden 300 bis 400 Millionen Euro, die potenziell in illegale Kanäle fließen, unterstreichen den Handlungsbedarf bei der Durchsetzung und zeigen, dass weitere Anstrengungen erforderlich sind, um den Schwarzmarkt einzudämmen. Die kommenden Monate werden zeigen, wie sich die Balance zwischen legalen und illegalen Angeboten entwickelt und ob die regulierten Anbieter gestärkt aus diesem Belastungstest hervorgehen.